85 Jahre Vereinigte Missionsfreunde e.V.

Zeitstrahl1

Aufbruch ins Reich der Mitte

Die Ursprünge der Vereinigten Missionsfreunde e.V. liegen in Velbert. Die dortige Pfingstgemeinde hatte bereits vor dem ersten Weltkrieg die ersten Missionare in China. Im Jahr 1931 schenkte der HERR neue missionarische Berufungen, insbesondere unter jungen Menschen. Die Velberter Gemeinde sandte die ersten beiden Missionare, Erich Schürmann und Marta Horstmann, ins Reich der Mitte. Das Arbeitsgebiet war Likiang in der Provinz Yünnan an der Grenze zu Tibet. Der damalige Gemeindeleiter in Velbert,
Otto Karrenberg, übernahm die notwendigen Leitungsaufgaben im Heimatland.
1938 in China: v.l. Oskar Siering, Marta Horstmann, Gottfried Starr, Martha Siering, Schw. Scharten, Friedchen Schürmann
1938 in China: v.l. Oskar Siering, Marta Horstmann, Gottfried Starr, Martha Siering, Schw. Scharten, Friedchen Schürmann

 

Als weitere Pfingstgemeinden im Siegerland, Hessen und Süddeutschland für den Missionsgedanken gewonnen wurden, kam es zur Gründung der Vereinigten Missionsfreunde e.V. (VMF) mit Sitz in Velbert.
Der erste Missionsleiter war erwartungsgemäß Otto Karrenberg, der zusammen mit Heinrich Lavier als Schriftführer und Ernst Döring als Kassenverwalter die Organisationsarbeiten der Mission übernahm.

Erweckung auch in Tibet

Das Missionswerk wuchs, neue Kontakte entstanden, insbesondere ins benachbarte Holland. Von dort kamen weitere Missionare, die bereits teilweise über Missionserfahrungen in China verfügten. GOTT segnete die Arbeit und durch Evangelisation unter den Bergstämmen der Lisus und Nashi, die zu den ärmsten Bewohnern Chinas zählten, kamen viele zum lebendigen Glauben. Nach vielen Jahren missionarischer Arbeit gab es Dörfer, in denen 90 % der Bewohner gläubige Christen waren. Die Erweckung erfasste auch Teile des benachbarten Tibets. So wurde 1947 in den Missionsberichten von zahlreichen Bekehrungen berichtet.

Namen, die wir mit unserem ersten Missionsland verbinden, sind u.a. Erich Schürmann (er starb während der Missionsarbeit in China), Marta Horstmann, Elize Scharten, Geertje Roos, Trijntje Baker, Oskar und Martha Siering sowie Gottfried und Friedchen Starr. Durch die chinesische Revolution wurde die Missionsarbeit unmöglich und unsere Missionare mussten 1949 das Land verlassen.

Missionssitz nach Weidenau verlegt

1952  Br. Schillinger, Br. Sauerwein, Br. Wehrler, Br. Michel und Velberter Brüder

1952 trat Ernst Michel aus Weidenau (Siegerland) die Nachfolge für den inzwischen verstorbenen Otto Karrenberg als Missionsleiter an. Zum gleichen Zeitpunkt wurde der Sitz der Mission von Velbert nach Weidenau verlegt. Die Brüder Franz Staats und Emil Wehler übernahmen die Funktion des Schriftführers bzw. des Kassenverwalters.

Als die Velberter Gemeinde sich der Arbeitsgemeinschaft der Christengemeinden anschloss, gründete man 1954 unter dem Namen „Velberter Mission e.V.“ eine eigene Außenmission. Die Türen nach China blieben verschlossen. Der Missionsauftrag aber war auch weiterhin in den die VMF tragenden Gemeinden präsent.

Unter deutschen Aussiedlern auf dem 5. Kontinent

Alfred und Edith Kring (geb. Staats) aus Siegen-Weidenau wanderten 1955 nach Australien aus und arbeiteten seitdem missionarisch unter deutschen Aussiedlern. Ihnen gelang es, eine Gemeinde in Adelaide im Süden Australiens zu gründen. Bereits 1954 waren Alfred und Ruth Müller ebenfalls nach Australien gezogen. Auch sie blieben über viele Jahre dort, um dem HERRN zu dienen.

Mit dem „Miwa“ auf Deutschlands Straßen

Der Missionswagens (Miwa) wird in Dienst gestellt. Auf dem Foto u.a. Adolf Haas, Franz Staats, Ernst Michel und Heinz Hoyer

Albert Sänger aus Freudenberg war der erste hauptamtliche Mitarbeiter der VMF in Deutschland. Nachdem er seine Bibelschulausbildung in England abgeschlossen hatte, wurde er 1958 für den evangelistischen Dienst in Deutschland eingesetzt. Sein Dienstfahrzeug, ein Kleinbus, war deutlich als Missionswagen (Miwa) erkennbar, denn in großen Lettern war auf den am Dachgepäckträger angebrachten Schildern zu lesen: „JESUS ruft dich!“ Doch nicht nur Evangelisationen und Bibelwochen gehörten zu seinen Aufgaben, auch der Aufbau und die Betreuung der Kinder- und Jugendarbeit waren ein fester Bestandteil seiner verdienstvollen und gesegneten Arbeit.

Der schwarze Kontinent ruft

Helga & Werner Knorr

Ein Mann im jugendlichen Alter von nur 19 Jahren war der erste Missionar, der sich dem HERRN für einen Einsatz auf dem „schwarzen Kontinent“ Afrika zur Verfügung stellte. Werner Knorr reiste 1959 erstmals aus. Nach mehrwöchiger Schiffsreise nahm er seinen Missionsdienst bei Bruder E. Nelson in Nigeria auf. Auch heute, im Jahr 2006, ist Werner Knorr immer noch in Afrika tätig und kann somit auf eine mehr als 40-jährige Missionsarbeit zurückblicken.

Menschenfischer per Kanu

Bibelschule Bamenda/Nordkamerun Bibelschule Bamenda/Nordkamerun

Nach zweijährigem Einsatz in Nigeria war die Zeit reif für eine selbstständige Arbeit im Nachbarland Kamerun. Der inzwischen verheiratete Werner Knorr begann mit seiner Frau Helga in Mutengene, am Fuße des 3000 m hohen Kamerunberges, mit einer Pionierarbeit. Eine einfache Wellblechhütte war Ausgangspunkt für die Evangelisationseinsätze per Kanu im feuchtheißen Klima.

Die in primitiven Pfahlbauten wohnenden Fischer hörten die frohe Botschaft von JESUS, Menschen kamen zum Glauben und in dem von Moskitos und damit Malaria verseuchten Sumpfgebiet entstanden neue Gemeinden.

Das Missionswerk wächst

Fam Zimmermann

Die bescheidenen Anfänge sind in den Folgejahren stetig gewachsen. Weitere Missionare ließen sich in den Dienst des Evangeliums rufen und neue Aufgabenfelder kamen hinzu. Missionsstationen in Yoke oder im Mamfegebiet wurden gegründet. In Mbakang entstand eine erste Krankenstation, um ein Mindestmaß an medizinischer Hilfe in den entlegenen Buschgebieten sicherzustellen.

HEALTH-CENTRE in Mamfe/WestkamerunDas neue HEALTH-CENTRE in Mamfe/Westkamerun. Es ist zwischenzeitlich Aids-Behandlungszentrum und ging in Klinikbetrieb über.
Die Weltgesundheits-organsiation WHO hat großes Interesse, dass dort auch ein Malaria-For-schungszentrum eingerichtet wird. Das Centre wurde mit großzügiger Hilfe des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit errichtet.
Später verlegten Werner Knorr und seine Familie ihren Einsatzort ins nördlich gelegene Grasland nach Bamenda. Dort entstanden ebenfalls eine Missionsstation und später eine Bibelschule, das Full-Gospel-Bible-Institut, um die einheimischen Geschwister für die Gemeindearbeit vor Ort auszubilden. In den Folgejahren kamen weitere wichtige soziale Einrichtungen hinzu. Dazu gehörten neben allgemein bildenden Schulen auch berufsbezogene Schulen, wie z. B. in Muyuka. Dort werden bis heute junge Menschen in den verschiedensten Berufen ausgebildet. 1969 erhielt die Missionsarbeit eine staatliche Anerkennung durch die Gründung der „Full-Gospel-Mission Cameroon“ (FGM) als Kirche. Die Leitung der FGM übernahm in den ersten Jahren Werner Knorr, legte sie aber baldmöglichst in einheimische Hände von David Njemo.

Die Arbeit hat sich mittlerweile beträchtlich ausgeweitet. Derzeit hat die FGM in Kamerun etwa 620 Gemeinden, in Nigeria 80, im Tschad 30 und in der Zentralafrikanischen Republik 2 Gemeinden.

Die begrenzten materiellen Möglichkeiten in Kamerun machen es immer wieder notwendig, Hilfsgüter für die Arbeit in den Missions- und Krankenstationen und für die sozialen Einrichtungen aus Deutschland ins Land zu bringen. Viele Container mit Pkws, Generatoren oder Baumaterialien sind in den vielen Jahren per Schiff auf die lange Reise zum afrikanischen Kontinent gegangen. Werner Thielmann aus Frohnhausen war dabei stets der Organisator, der sich intensiv um den reibungslosen Ablauf kümmerte. UnimogEin Unimog aus Bundeswehrbeständen hat eine neue Verwendung in Kamerun gefunden.

Er versorgt auch die kameruner Krankenstationen mit den notwendigen medizinischen Verbrauchsmaterialien, die er zentral in Europa einkauft und nach Kamerun exportiert. Nur so war es in der Vergangenheit möglich, die Bevölkerung vor Ort mit qualitativ guten Medikamenten zu versorgen.

Generationswechsel

Nach 20-jähriger Leitungsverantwortung legte 1972 Ernst Michel sein Amt in jüngere Hände. Sein Nachfolger, Albert Sänger aus Freudenberg, war seinerzeit bereits seit mehr als einem Jahrzehnt als Evangelist mit seinem Missionswagen deutschlandweit im Einsatz. Sein Bestreben war zunächst, 1964 ebenfalls als Missionar nach Nigeria zu gehen. Das afrikanische Klima zwang ihn, nach nur wenigen Monaten aus gesundheitlichen Gründen nach Deutschland zurückzukehren.

Geschichte seit 1972

Missionare & Vorstand