Mitarbeiterseminar 2010

Vortrag von Pastor James-Otieno Ros
zum Thema: Gemeinden gründen - Herzensangelegenheit GOTTES
am 20.03.2010 in Herborn-Seelbach.

James-Otieno Ros

Pastor Ros wurde 1967 in Uganda als Missionarskind geboren; daher die Vornamen James (Jakob) und Otieno (Nacht), weil er nachts zur Welt kam. Mit 12 Jahren kam er nach Deutschland, lernte Schwäbisch und in der Schule Deutsch. Dann ging er nach England auf die Bibelschule und anschließend als Pastor in eine Dorfgemeinde mit 25 Mitgliedern. Sie wuchs auf 100 und bestärkte sein Verlangen, unser Land missionarisch zu durchdringen. Obwohl Pastor der Volksmission, wusste er von einer interessanten Beziehung zur VMF zu berichten: Oskar Siering, der erste China-Missionar der VMF, brachte ihm bei, wie man mit Stäbchen isst.

Den Übergang zum Thema bildete seine Frage: Ist Gemeindegründung in der Bibel zu finden?

1) Gemeindegründung entspringt dem Wesen GOTTES (=Liebe)
Im Zusammenhang mit Gemeindegründung wird fast immer auf Mt 28,19 verwiesen: Geht hin und macht alle Völker zu Jüngern! Aber der eigentliche Missionsbefehl steckt in Joh 3,16: So sehr hat GOTT die Welt geliebt ... Mission ist nicht in erster Linie Sache der Gemeinden, sondern Sache GOTTES. JESUS wurde vom Vater gesandt. Seine Sendung war nicht auf einen Ort begrenzt. Als JESUS sich frühmorgens zum Beten zurückzog, suchte Petrus Ihn und sagte: „Alle suchen Dich. Komm zurück, predige, heile!“ Aber JESUS antwortete: „Lasst uns auch anderswohin gehen.“ Die Ernte ist groß (Lk 10,2). ER ging durch alle Dörfer, auch zu den Samaritern, auch zu Zachäus.

JESUS, der vom Vater gesandte, sendet seinerseits: „Wie MICH der Vater gesandt hat, so sende ICH euch.“ (Joh 20,21) Die stärkste Form der Sendung ist, neue Gemeinden zu gründen. JESUS ist der Sendende, deshalb ist die Gemeinde nicht Ausgangspunkt, sondern Frucht der Mission. Die Gemeinde darf aber nicht gemeindezentriert leben, sonst ist es Verrat an der Sendung und Irrlehre. Als die Urgemeinde von Jerusalem versprengt wurde, verbreiteten die Einzelnen das Evangelium und es entstanden neue Gemeinden.

2) GOTTES Strategie ist Nähe
JESUS wohnte unter uns. Paulus war den Juden ein Jude, den Griechen ein Grieche, aber nicht den Sündern ein Sünder. Ein Bruder ging von Westdeutschland in den Osten um des Evangeliums willen. Erst als er das Haus kaufte, in dem er zur Miete wohnte, öffneten sich die Herzenstüren der Nachbarn, jetzt war er einer von ihnen. Salz und Licht wirken nur durch nahen Kontakt. Manchmal sind auch ungewöhnliche Methoden geeignet. Ein Bruder in Norwegen fühlte den Auftrag GOTTES, eine Tanzschule zu gründen. Als die Anzahl der Gläubiggewordenen groß wurde, entstand eine Gemeinde. Die Türkenjugend ist uns geografisch nahe, aber kulturell?

3) GOTTES Dimension: Bewegung
Nicht nur, was wir tun, ist wichtig, sondern auch, was wir in Bewegung setzen. GOTTES Geist wurde für eine Bewegung ausgegossen. Apg 1,8: Die Kraft aus der Höhe ist zum Zeugendienst gegeben. JESUS gründete keine Gemeinde, sondern eine Bewegung. Dabei waren in Seiner Truppe sogar Zweifler (Mt 28,17). Jerusalem (unsere Gemeinde) und die Welt (unsere Außenmission) haben wir erreicht; aber was ist mit Judäa (unserer Stadt) und mit Samarien (unserem Land)?

Pastor Ros berichtete von seiner Absicht, mit Satellitengottesdiensten in den Nachbardörfern zu beginnen.

Teil II: Praktische Überlegungen
Vision von vorne: Der Impuls zu Gemeindegründungen soll von der Leitung des Gemeindebundes ausgehen und zwar mit Hingabe. Es ist weniger wichtig, viele Gemeinden zu gründen, als vielmehr funktionierende neue Gemeinden, die in unsere Gesellschaft hinein arbeiten und sie durchdringen. Wir müssen im Geist unserer Väter weiterarbeiten, aber nicht unbedingt in deren Form. Wir brauchen die „Jungen Wilden“, um die Gesellschaft zu erreichen und die andern, um die Stabilität zu gewährleisten; wie eine Pfeilspitze ihr Ziel erreicht, weil die Federn am Pfeilende den Flug stabilisieren.

Das Gemeindegründungswerk des BFP: www.partner-fuer-gemeindegruendung.de/ bietet unterstützende Dienste an.

  1. Fragebogen
  2. Check up für Gemeindegründer
  3. Intensivtraining für Gemeindegründer
  4. Coaching
  5. Gemeindegründerschulen

Zur Gemeindegründung braucht es Glauben. JESUS sagte nur: „Geht!“ Er fragte nicht: „Werdet ihr es schaffen, die ganze Welt zu erreichen?“ IHM reichen unsere 5 Brote und 2 Fische. „Spanne deine Zeltdecken weit!“ (Jes 54,2) Zu Abraham sagte GOTT: „Mache dich auf, schaue, zähle!“

Dieter Schön

Zuhörer

 

Jahreshauptversammlung 2010