VMF-Mitarbeiter-Seminar in Herborn-Seelbach

Anthony Fisher

Bericht zum Vortrag von Anthony Fisher.
Thema: Das Evangelium verkünden in der „säkularen Stadt“

Anthony Fisher kommt aus Oberursel, ist momentan in Potsdam bei einem Gemeindegründungsprojekt angestellt und wird im Oktober ein eigenes Gemeindegründungsprojekt in Magdeburg mit der VMF beginnen.

Das Evangelium ist und bleibt unser Hauptauftrag. Leider verlieren wir das oft aus dem Auge, im privaten Bereich, aber auch in der Gemeinde. Die Frage ist: Wie kann man in einer Minute das Evangelium erklären? Das Evangelium ist kein Schema, die Bibel kennt viele unterschiedliche Darstellungen, z.B: Joh 3,16; Mk 1,15; Röm 10,9 usw. Es gibt viele Themen, die sich wie ein roter Faden durch die Bibel ziehen und auf ihre Weise das Evangelium erzählen, z.B.:

1. Der Bund: Wir sind Sein Volk, die Erfüllung des Bundes bringt Segen, das Brechen bringt Fluch, aber JESUS nimmt den Fluch auf sich, um uns jetzt zu segnen und in Zukunft den perfekten Ehebund mit uns zu schließen.

2. Heimat und Exil: Wir leben in einer kaputten Welt, die nicht unsere eigentliche Heimat ist. JESUS verlässt Seine Heimat bis zum Verstoßensein am Kreuz, um uns jetzt eine neue geistliche Heimat zu geben und uns bald in der neuen Schöpfung ein perfektes Zuhause zu schenken. Dies eröffnet Möglichkeiten, um Menschen das Evangelium lebensnah erzählen zu können:

1. Bund: In Zeiten von Beziehungslosigkeit suchen die Menschen nach festen, sicheren Beziehungen.

2. Exil: Flüchtlinge können aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen diesen Aspekt sehr gut nachvollziehen.

Es reicht nicht, das Evangelium gut herüberzubringen, wenn wir ihm mit unserem Tun widersprechen, wie z.B. Petrus in Gal 2,14. GOTT fordert uns heraus, das Evangelium in jedem Lebens- und Dienstbereich sichtbar zu machen. Z.B. sollten wir uns fragen, ob unsere Gottesdienste einladend sind und ob wir die Sprache der Menschen reden?

In der „säkularen Stadt“ und speziell in Europa werden Glaube und Religion an den Rand gedrängt, obwohl das Christentum weltweit enorm wächst. Das bringt verschiedene Herausforderungen mit sich. (Daher kommen mittlerweile Missionare aus den Ländern zu uns, in die wir früher Missionare geschickt haben.)

1. Säkulare Menschen wollen sich selbst verwirklichen, indem sie authentisch leben. Für sie bedeutet das, ihrem inneren Empfinden zu folgen. Äußere Autoritäten wie GOTT, Bibel oder Institutionen finden darin keinen Platz, sondern werden als Einschränkung der persönlichen Freiheit empfunden. Also wird das Evangelium oft als einschränkend und gesetzlich wahrgenommen. Wir sind herausgefordert, die Gnade und Freiheit des Evangeliums herüberzubringen, ohne dabei die Maßstäbe der Bibel aufzugeben, die eine Umkehr erfordern.

2. Außerdem ist die „säkulare Stadt“ geprägt durch die Vielfalt von Möglichkeiten und Angeboten, ein Gottesdienst ist hier nur ein Angebot von vielen. Dabei ist es wichtig, uns nicht primär durch Abgrenzung von anderen zu definieren, sondern positiv durch das Evangelium. Im Gottesdienst eine Vielfalt einzubringen, kommt den Menschen entgegen.

3. Die Schnelllebigkeit des Stadtlebens mit vielen Beziehungsumbrüchen, Berufs- und Ortswechseln macht es schwer, mit Menschen den nötigen langen Weg der Jüngerschaft zu gehen. Hier müssen wir Wege finden, in kurzer Zeit viele Grundlagen zu vermitteln, wie z.B. früher durch die Katechese.

Das Evangelium ist eine Kraft, die alle Herausforderungen überwindet. Und so rettet GOTT heute noch Menschen.

Tobias Klauke, SI-Meiswinkel
Anthony Fisher, Potsdam

 

Jahrehauptversammlung 2016