Zum Lehrerseminar in Kamerun 2015

Stefanie Osthof„So sind wir Botschafter CHRISTI und GOTT gebraucht uns, um durch uns zu sprechen.“
2. Kor 5,20

Vielleicht wäre ein Besuch durch unsere Missionsgesellschaft für die Lehrerinnen und Lehrer in Kamerun eine Ermutigung? Möglicherweise brächte ein Lehrerseminar während der großen Ferien für die 3 Grundschulen in Ngaoundéré, Batouri und Domiaka einen bleibenden Gewinn? Nach Rücksprache mit Pauline (Schulleiterin in Batouri), Bernd Vogt, Peter Schneider sowie Hans-Jürgen und Erika Klußmann waren wir uns einig: ja, eine solche einwöchige Schulung würde sicherlich viel Gutes bewirken.

So bestieg ich am 07.08.2015 das Flugzeug in Richtung Kamerun. Während Pauline vor Ort alle Vorbereitungen traf, packte ich meine Koffer mit didaktischem Material, Büroartikeln, Bastelutensilien und vielen Geschenken voll. Der Auftrag meiner Reise war mir klar. Gerne wollte ich die Lehrer durch verschiedene Impulse bereichern, aber ihnen vor allem vermitteln: „Eure Arbeit ist für GOTT wertvoll und ihr seid von IHM sowie euren Geschwistern in Deutschland nicht vergessen!“

In Westafrika angekommen freute ich mich über das Wiedersehen mit meinen kamerunischen Freunden und Geschwistern. Nachdem wir in der Hauptstadt Yaounde noch einige Einkäufe erledigt hatten, machten wir uns auf den weiten Weg in den Norden des Landes nach Ngaoundéré. Die Atmosphäre während des Seminars war durchweg positiv und von gutem Austausch zwischen den Lehrern geprägt. Bei den verschiedenen Seminarthemen waren die 22 Teilnehmer sehr aufmerksam und offen für neue Ideen. Während ich mit ihnen über Inhalte - wie die verschiedenen Persönlichkeiten oder die Vision einer christlichen Schule - sprach, hielten andere Lehrer einen Vortrag über die Pflege eines Klassenraums oder die Verantwortung für das geistliche Leben seiner Schüler. So gebrauchte GOTT ganz verschiedene Personen, um jeden Einzelnen anzusprechen und ihn für Neues zu motivieren.

Während der Woche in Ngaoundéré aß ich mit meinen kamerunischen Geschwistern zusammen; eine Extrarolle wollte ich hier nicht einnehmen. Schon bald wurde mir bewusst, dass es auf Dauer für meinen deutschen Magen doch ungewöhnlich sei, zu allen Mahlzeiten afrikanisch zu essen. Doch da kam schon der Pastor vorbei. Er begrüßte mich - u.a. mit Bananen und 2 großen Baguettes! Ich war GOTT dankbar für dieses Geschenk, das mir zeigte, dass mein himmlischer Vater auch für meine kleinen Bedürfnisse sorgt und mich so gut kennt.

Nach dieser Woche fühlten wir uns alle reich beschenkt und der Wunsch der Lehrer lag in der Luft: nächstes Jahr möge es wieder ein solches Seminar geben!

Anschließend besuchte ich noch viele Freunde und Bekannte in Batouri. Auch wenn die Zeit dort sehr kurz war, konnte ich doch etliche wiedersehen und ermutigen. Dem einen oder anderen durfte ich mit Rat und auch Tat zur Seite stehen. Gemeinsam mit den Lehrern besuchte ich die Familie von Sah, einem Aidswaisen, der wenige Tage zuvor gestorben war. Sah war etliche Jahre Schüler unserer Grundschule gewesen. Auch wenn in solchen Momenten die Worte fehlen, so sind es doch die Anwesenheit und die Teilnahme, die der Familie zu verstehen geben: ihr seid nicht allein!

Wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, wird die Frage laut: Was, wenn ich nicht gegangen wäre? Was, wenn ich keine Spendengelder mitbekommen hätte, mit denen ich helfen konnte? Was, wenn der Pastor nicht vorbeigekommen wäre, um mich zu versorgen? Was, wenn die Lehrer nicht die Familie von Sah besucht hätten?

Was wäre, wenn…?

Hätte das Lehrerseminar stattgefunden?
Wäre der Pastor aus dem Dorf Ndélélé, der kein Transportgeld hatte, trotzdem nach Bamenda gekommen, um an der Pastorenkonferenz teilzunehmen? Hätte der Pastor Alain mit seinen 6 Kindern auch ohne die Finanzhilfe alle Kinder für das neue Schuljahr einschreiben können? Hätte jemand anderes die junge Frau besucht, die gerade Eheprobleme hat?

GOTT ist treu und hilft - und doch benötigt ER uns als Werkzeug, um Seinen Willen auszuführen. ER gibt uns den Auftrag zu gehen, zu geben, zuzuhören, zu besuchen, zu trösten, … Möge GOTT uns helfen, heute Seine Botschafter zu sein und jede Gelegenheit wahrzunehmen, Seine Liebe an unsere Mitmenschen weiterzugeben.

Stefanie Osthof

Teilnehmer des Lehrerseminars vor der Grundschule in Ngaoundéré
Teilnehmer des Lehrerseminars vor der Grundschule in Ngaoundéré

Interview mit Lehrern der Grundschule Batouri

Das Interview führte Stefanie Osthof

In Batouri zu leben, ist nicht immer einfach. Viele glauben, dass es einer Disziplinarstrafe gleicht. Warum hast du dich dafür entschieden, GOTT hier zu dienen?

VictorVictor: „Ganz einfach deshalb, weil ich diese Zuversicht habe, dass GOTT selbst mich berufen hat, IHM hier in Batouri zu dienen und dieser GOTT ist überall – sogar in Batouri!“

Es gibt auch andere Grundschulen in Batouri. Worin liegt die Besonderheit der Grundschule „Espoir“?

AliceAlice: „Die Besonderheit dieser Schule liegt an Folgendem: erstens hat sie schöne Gebäude, dann fürchtet das Personal GOTT und trägt Sorge um das Seelenheil der Kinder, die ihnen anvertraut sind. Außerdem übt jeder Lehrer seinen Beruf gewissenhaft aus, weil er GOTT fürchtet. Die Schule ist mit genügend Büchern ausgestattet, sie ist gut abgesichert und sauber. Und zu guter Letzt gibt es dort qualifiziertes Personal.“

Welches ist die größte Herausforderung für dich als Lehrerin?

Christelle Christelle: „Die größte Herausforderung für mich als Lehrerin ist, aus diesen Kindern durch GOTTES Gnade Kinder GOTTES und bedeutende Menschen für morgen zu machen.“

Die finanziellen Bedingungen sind beim Staat besser. Warum ziehst du es vor, an der Privatschule „Espoir“ zu unterrichten statt beim Staat?

Christelle: „Ich habe es aus mehreren Gründen vorgezogen, bei „Espoir“ zu arbeiten:

  • die Berufung GOTTES und deren Bestätigung durch Träume,
  • Liebe zur Kinderarbeit,
  • der Wunsch, die Eigenschaften, die GOTT in mich gelegt hat, inmitten der Kinder auszuüben.“

Kannst du uns erzählen, wie der HERR dich geführt hat, sodass du Lehrerin in der Grundschule „Espoir“ Batouri wurdest?

MelanieMelanie: „Eigentlich ist mein Zeugnis, wie ich zur Schule „Espoir“ kam, ein bisschen traurig. Ich wohnte in Yaounde, der Hauptstadt. Unter anderen Ausbildungen habe ich auch die Ausbildung zur Grundschullehrerin gemacht. Ein Jugendlicher aus der Evangelisationsgruppe, in der auch ich war, hat mich auf die Stellenausschreibung in Batouri aufmerksam gemacht. Ich war damals sehr krank, aber die Geschwister der Gemeinde haben mich ermutigt zu gehen… Batouri war weit entfernt. Ich bin schließlich gegangen und sagte mir, dass ich dorthin gehen würde, um zu sterben.

Ich war so begeistert von meiner Arbeit, dass ich von meiner Krankheit geheilt wurde und die Freude, GOTT zu dienen, wiedergefunden habe. […] Ich habe verstanden, dass ich da bin, wo der HERR mich gebrauchen wollte. Mein Wunsch, für Sein Werk brauchbar zu sein, ist Realität geworden.“

Die Grundschule „Espoir“ ist eine sehr gefragte Schule. Die Schulplätze reichen nicht für alle diejenigen aus, die sich einschreiben wollen. Was schätzen die Eltern an dieser Schule?

BeatriceBeatrice:

  • Die Qualität der Räumlichkeiten (Klassenräume, moderne Toilettenanlage, Computer, die Sauberkeit, …).
  • Der christliche Glaube.
  • Die niedrige Einschreibegebühr.
  • Die Sicherheit (das Gelände ist eingezäunt).
  • Hingegebene und einsatzbereite Lehrer.
  • Die guten schulischen Leistungen im Zeugnis wie auch bei anderen schulischen Wettbewerben.

Lehrerteam Ecole Espoir Batouri
Das Lehrerteam der Grundschule „Espoir“ in Batouri