Ewald Krautwurst (Japan) blickt zurück

Niiza Shi, Dezember 2015

Liebe Missionsfreunde,
wie jedes Jahr seine besonderen Spuren hinterlässt, so auch das nun bald auslaufende Jahr 2015. Da wechseln sich Dinge, die absehbar sind, mit völlig unerwarteten Situationen ab. Davon abgesehen bringt die Zeit, in der wir leben, ohnehin viele Veränderungen mit sich und das oft mit rasanter Geschwindigkeit. Besonders grundlegende Werte, wie auch gesellschaftliche Normen, die über Jahrhunderte mehr oder weniger unverändert blieben und von daher in vielen Lebensbereichen die Weichen stellten, verlieren plötzlich ihre Gültigkeit. Alles wird hinterfragt und die Selbstverwirklichung nach eigenem Urteilsvermögen liegt im Trend. Menschen, die danach fragen, wie die Dinge von GOTTES Warte aussehen, werden immer weniger. Auch hier in Japan teilte mir ein buddhistischer Priester mit, dass selbst inihrer Religion das Interesse an geistlichen Werten immer mehr abnimmt. Umso wichtiger ist es für uns als Christen, die Zeit, die wir noch zur Verfügung haben, so gut wie möglich zu nutzen. Genau das war auch mein Wunsch zu Beginn dieses Jahres. Inwiefern wird es mir und uns hier gelungen sein ... aber lasst Euch in einige Stationen mit hineinnehmen.

Ewald mit Kindern

Wie damals vor etwa 2000 Jahren Pilatus die Frage stellte: „Was ist Wahrheit?“, so stellen sich auch in unserer Zeit immer mehr Japaner die gleiche Frage. Dann dürfen wir ihnen die „Gute Botschaft“ von JESUS CHRISTUS anbieten: „ICH bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!“ Ich kann nur GOTT die Ehre geben, dass ER uns auch in diesem Jahr etwa 80 Kinder anvertraut hat, denen wir den Samen vom Kreuz, vom leeren Grab und der Auferstehung JESU CHRISTI ins Herz streuen durften. Aber es war auch gerade während dieser Zeit, dass GOTT für mich doch etwas unerwartet meine Mutter zu sich gerufen hat. Für mich war es kein Zufall, dass ich diese Feier mit den Kindern noch mitgestalten und miterleben konnte. Beide, mein Vater und meine Mutter, hatten ein Herz für Kinder und besonders auch für die japanischen Kinder, die sie während ihres Aufenthaltes in Japan kennen und lieben lernten. Ansonsten hatte ich auch in diesem Jahr im Rahmen der Gemeindearbeit Gelegenheit, in den etwa 15 Englisch- u. Deutschklassen durch die Verbreitung von christl. Literatur und Hausbesuchen sowohl Kindern als auch Erwachsenen die „Gute Nachricht“ weiterzugeben.

Im Sommer war ich für einige Zeit aus gesundheitlichen Gründen zu Hause. Während dieser Zeit bewegte mich der Gedanke, evtl. in den vorzeitigen Ruhestand zu treten. Da meldete sich plötzlich Besuch aus Japan an, Bruder Tetsuo Kurata und seine Tochter Izumi. Bruder Kurata, er ist u.a. Kassierer unserer Gemeinde in Niiza Shi, hatte schon seit Jahren den Wunsch und das Verlangen, einmal nach Deutschland zu gehen, um sich persönlich bei den „Vereinigten Missionsfreunden“ für die jahrelange Unterstützung zu bedanken. Izumi hatte bereits vor Jahren eine Brieffreundschaft mit Jasmin Knorr begonnen und beide hatten sich schon lange auf ein Treffen gefreut. Somit wohnte Izumi in Kleestadt und ihr Vater bei uns in Schaafheim.

Des Weiteren fügte es der HERR so, dass kurz nach ihrem Besuch der Leiter unserer japanischen Mission „New Life Ministries“, Roald Lidal/Norwegen, für einige Tage nach Deutschland kommen konnte und am 27. Sept. auf der Herbst-Konferenz in Frohnhausen als Gastredner diente. In den folgenden Tagen besuchten wir noch „Liebe in Aktion“ in Ulm sowie den AVC in Nidda. Roald Lidal engagiert sich seit vielen Jahren im größeren Rahmen für die Verbreitung des Evangeliums in gedruckter Form weltweit, vorwiegend in vielen asiatischen Ländern. Dabei sind die Herstellung und Einfuhr von Bibeln nach China Schwerpunkte.

Zurück in Japan lief für mich die Arbeit in gewohnter Weise weiter. Anfang November hatten wir erneut den Pianisten Siegfried Tepper und seine Frau Linda unter uns. Gebürtig aus Deutschland, leben sie schon viele Jahre in Kanada. Siegfried, dem GOTT eine besondere Last für Japan aufs Herz legen konnte, kommt schon seit vielen Jahren nach Japan, um durch evangelistische Konzerte Menschen zu einem Leben mit JESUS einzuladen. In diesem Jahr konnten wir in 4 Gemeinden (Niiza Shi 2x, Hatoyama, Haramura) etwa 200 Besucher begrüßen, darunter viele zum ersten Mal.

Gerade in dieser Woche feierte die Gemeinde Hatoyama auch ihr 20-jähriges Bestehen. Ich wurde gebeten, etwas über die Anfänge zu berichten. Tomoe Satoh, damals noch eine junge Frau, war die Erste, die JESUS CHRISTUS in ihr Leben eingeladen hatte und gab diesbezüglich ein bewegendes Zeugnis.

Kinder bei Vorführung

Im Rückblick bin ich GOTT sehr dankbar für Seine Gnade und Durchhilfe, besonders in diesem Jahr. Mit zunehmendem Alter stellt sich schon die Frage, wie lange es noch sinnvoll ist, auf dem Missionsfeld zu bleiben. Nach den gesetzlichen Vorschriften muss ich ohnehin ab 01.04.2016 offiziell in Rente gehen. Wie es danach weitergeht, möchte ich getrost dem HERRN der Mission überlassen. ... war ER es doch, der damals, im April 1984, die Tür nach Japan geöffnet hatte. Sollte es mir gesundheitlich möglich sein, könnte ich es mir schon vorstellen, noch etwas länger in Japan zu bleiben. Ja, dem HERRN allein gebührt alle Ehre, aber auch Euch allen, liebe Missionsfreunde, an dieser Stelle ein herzliches „Vergelt‘s GOTT” für Eure Bereitschaft mit dabei zu sein, mitzubeten und mitzugeben, damit der gute Same im Land der aufgehenden Sonne reichlich aufgehen möchte. Was dem Einzelnen unmöglich ist, wird möglich, indem der HERR Seinen Frieden, eine Vision und Einigkeit im HEILIGEN GEIST in die Herzen der Vielen hineinlegt. Das durften wir gemeinsam erleben. In dieser herzlichen Verbundenheit grüßen Euch Eure japanischen Geschwister, verbunden mit den besten Wünschen für ein gesegnetes "Neues Jahr!"

Ewald Krautwurst