Logo Idea Spektrum

Porträt

06. Oktober 2017

Wo Zauberer Christen werden

MISSION Das Volkslied „Wir lagen vor Madagaskar” dürften viele kennen – doch das Land nur wenige. Es ist die viertgrößte Insel der Welt. Mehr als die Hälfte der 29 Millionen Einwohner sind Anhänger von Naturreligionen, etwa 15 % sind Katholiken, 12 % evangelisch. Die Missionare Reinhard (57) und Martina (57) Schwenk erzählen ihnen von Jesus Christus und helfen praktisch. | Von Daniela Städter

Dr. Reinhardt Schwenk und Martina Schwenk

Mehr als drei Viertel der Bevölkerung auf der Insel im Indischen Ozean direkt vor Ostafrika leben in extremer Armut. Starke Stürme und lange Dürreperioden sorgen für Ernteausfälle und Hungersnöte. Seit zwei Jahren unterstützt das Missionarsehepaar Schwenk dort zusammen mit einheimischen Pastoren die Gründung von Gemeinden, vor allem in der Region Sofia. Viele Menschen dort haben noch nie etwas vom Evangelium gehört. Die Arbeit trägt Früchte: „Mittlerweile sind 17 neue Gemeinden entstanden.”

Wenn harte Kerle weich werden

Häufig erlebt das Ehepaar das Eingreifen Gottes: „Wenn wir in die abgelegenen Dörfer kommen und dort die christliche Botschaft vorstellen, passiert das für uns Unfassbare: Menschen scheinen ihr ganzes Leben auf diese positive Nachricht von der Vergebung gewartet zu haben.” Zauberer werden ebenso Christen wie Kuhhirten. Die beiden besuchen mit einheimischen Christen auch Gefangene. Die Gefängniswärter haben so viel Vertrauen, dass sie sie in den Innenhof lassen – dann sitzen sie mitten unter Mördern, Gewaltverbrechern und Dieben. Auch dort erleben sie manchmal, dass die erst so hartgesotten wirkenden "Kerle" weich werden und Christen werden wollen.

Madagaskar

Ein Tierzuchtprojekt soll helfen

Doch die beiden – sie arbeiten im Auftrag der evangelikalen Vereinigten Missionsfreunde (Freiburg) – wollen auch ganz praktisch helfen. Reinhard Schwenk hat nicht nur Theologie studiert, sondern ist auch Tierarzt. In Madagaskar sieht er häufig Tiere in einem erbarmungswürdigen Zustand. Sie werden falsch gehalten oder bekommen nicht genug Nahrung. Dadurch aber verlieren die Menschen ihre Lebensgrundlage. Er gibt ihnen Tipps, was sie verbessern können. Gleichzeitig arbeiten die Schwenks am Aufbau eines größeren Projektes. Sie wollen Weideflächen erwerben, Stallungen bauen, Tiere züchten, Madagassen in artgerechter Tierhaltung ausbilden, damit sie ihre Familien besser ernähren können.

Von Ahnengeistern befreit

Der Insel werden die Schwenks noch lange erhalten bleiben. Denn dort gibt es nur wenige Möglichkeiten, die christliche Botschaft zu hören. Der Bibelvers „Wie sollen Menschen zum Glauben kommen, wenn sie nie von ihm gehört haben? Und wie können sie von ihm hören, wenn ihnen niemand Gottes Wort sagt?” (Römerbrief 10,14) leitet sie in ihrer täglichen Arbeit. Für viele Madagassen sollen die Ahnen zwischen "Gott" und ihnen vermitteln. Mit Hilfe eines Zauberers versuchen sie, sich einem "Ahnengeist" zu öffnen. Angst und Abhängigkeit sind die Folge. Lernen sie aber Jesus kennen, ändert sich alles. Die Schwenks: „Sie werden frei und fröhliche Persönlichkeiten.”

© Mit freundlicher Genehmigung von ideaSpektrum, mehr unter www.idea.de