Wie ich die Frühjahrs–Konferenz (Nord) 2010 erlebte

Es begann eigentlich schon samstags: Paul und Maria Gard aus Marpingen ließen uns wissen, dass sie gerne am 18.04.2010 mitfahren möchten nach Meiswinkel. Eigentlich wollten sie das vorher nicht, aber freitags brachte ich meine diesbezügliche Bitte vor den HERRN und ER erhörte sie. Sonntagsmorgens um sieben Uhr waren wir schon beim Einsteigen in unseren Toyota, als jemand sagte: “Weshalb fahren wir nicht mit Gards ihrer Peugeot–Großraumlimousine, das ist für fünf Personen viel sinnvoller?” Ja, gesagt, getan und so war zumindest das Gelingen der Reise schon garantiert.

Wir kamen mit großen Erwartungen, aber zeitlich etwas knapp im Versammlungsraum an. In der ersten Reihe war noch viel Platz für die Last–Minute–Teilnehmer aus Birkenfeld. Dort saß schon Michael Epah und bat mich, neben ihm Platz zu nehmen. Dies tat ich auch, trotz des Hinweises von Heinz Müller: “Wer in der ersten Reihe sitzt, muss die erste Geige spielen.”

Während der Anbetungszeit öffnete ich mich freudig dem Fluss des HEILIGEN GEISTES. Als Michael sich vom Stuhl erhob, tat ich es ebenfalls und spürte den Strom des GEISTES noch deutlicher.

Stefan und Inge Simonazzi

Im Anschluss an die Lobpreis– und Gebetszeit kamen Stefan und Inge Simonazzi ans Mikrofon. Sie waren bereit, uns an den schmerzlichen Erlebnissen seit dem 16. August 2008 teilnehmen zu lassen. Ihr damals 6–jähriger Sohn Micha musste wegen eines sehr bösartigen Gehirntumors notoperiert werden. In ergreifender Weise schilderten sie die Höhen und Tiefen, Hoffnungen und Verzweiflungen und die enormen Kräfte und Arbeitsbelastungen der vergangenen Zeit. In allem aber erfuhren sie die Hilfe und den Zuspruch des HERRN, dem sie von Herzen dankbar sind.

Gemeindehaus Meiswinkel

Entgegen dem Strom aller modernen Irrlehren erkannte ich ganz neu: GOTT erspart uns die Trübsale nicht, aber ER lässt uns nicht im Stich. Dies öffnete mein Herz für die folgende Predigt. Arne Schultze–Petzold zeigte anhand der Bibel: Glaube und Nachfolge gehören bei JESUS untrennbar zusammen. Wer glaubt, muss auch die Werke des Glaubens vorzeigen können. Nachfolge bedeutet: Das tägliche Kreuz willig auf sich zu nehmen. Es reicht nicht, JESUS bis zum Kreuz zu folgen, dann das Kreuz auszusparen und hinter dem Kreuz weiter zu folgen. Die Nachfolge hinter dem Kreuz ist ja die Verherrlichung mit CHRISTUS, die GOTT mir aber nicht gibt, wenn ich das Kreuz scheue. Am Ende seiner Predigt bat Arne fast etwas ängstlich darum aufzustehen, falls jemand seine Bereitschaft zur Kreuzesnachfolge zum ersten oder zum wiederholten Male zeigen möchte. Hier durfte ich mich mit vielen Geschwistern erheben und Arnes Segensgebet in Anspruch nehmen.

im Gespräch

In der Mittagspause hatte ich Gelegenheit, viele liebe Geschwister zu begrüßen. Vor allem freute ich mich über Jan und Hilly de Jong, die von ihrem Sohn Hans aus Holland gebracht wurden. Auch sie brachten ihre Freude zum Ausdruck, noch einmal unter uns sein zu können.

Der Nachmittagsgottesdienst begann mit einer Lobpreis– und Gebetszeit. Die Band spielte das Lied: "Hier bin ich, HERR, mach mit mir Geschichte in diesem Land. Ich verkünde die Wahrheit für jedermann. Ich laufe zu Dir in Deinen Arm, dass aus Zerbrochenheit GOTT Geschichte schreibt. Ja, es ist wahr, HERR, ich glaube, ich lebe für Dich."

Zuhörerschaft

aufmerksame Zuhörer aufmerksame Zuhörer

Arne Petzold Arne Schultze–Petzold bei der Predigt

leckere Kuchen Leckere Kuchen warten auf hungrige Konferenzteilnehmer

Als ich hinschaute, sah ich Sonja Klappert in der Band. Sie hatte das Mikrofon in der Hand und sang mit schöner und kräftiger Stimme dieses Lied. Ich glaubte, in ihrem Gesicht lesen zu können. Da war keine Angst oder Verzweiflung, auch kein Murren oder Aufbäumen oder Heuchelei. Da war bewusstes und mutiges Beugen unter GOTTES mächtige Hand. Sie, die schon 4 Jahre mit der Ungewissheit und den Belastungen eines Krebsleidens leben muss, steht da und singt zur Ehre GOTTES. Ich konnte meinen Blick kaum von ihrem Gesicht wegnehmen, obwohl ich durch die aufsteigenden Tränen spürte, wie ich von meiner Halbherzigkeit gegenüber GOTT überführt wurde.

Stefan und Inge Simonazzi Verkauf von Gebasteltem und Backwaren durch die Kinderstunde zugunsten der Mission

Mir fiel ein, dass Sonjas Mutter vor kurzem von ihrer jahrelangen Lebensmittelallergie schlagartig geheilt wurde, als wollte GOTT sagen: “Siehst du, Sonja, ICH kann heilen – letztendlich ist es mein guter Plan, in dem du ruhen kannst.”

Anschließend erläuterte Arne in der Predigt, wie wir in rechter Weise verkündigen können: Nur wenn wir Vater und Mutter, Frau und Kinder weniger lieben als JESUS, sind wir in der richtigen Stellung.

Nach dem Gottesdienst bildete sich eine Warteschlange am Kuchenbuffet. Als Annette Müller neben mir auftauchte, fragte ich: “Annette, habe ich dich schon begrüßt?” Ohne zu zögern, sagte sie lächelnd: “Schon zweimal.” Nun musste ich es zugeben: Du bist doch älter geworden.

Die Heimfahrt war noch schöner als die Hinfahrt. Wir hatten kaum Meiswinkel hinter uns, da stimmten wir ein LobIied an und erfüllten Gards Großraumlimousine mit Lob und Dank. Des Weiteren erfuhren wir von unserer polnischen Schwester Joanna, die wir im Januar taufen durften, so manche Erlebnisse einer jungen Frau in Polen. Wir hörten von Alkoholismus, Brutalität und schrecklichen Sünden, sodass wir ganz neu dankbar waren für die geordneten Verhältnisse, in denen wir leben und für die Liebe, die wir in unseren Familien erfahren haben und weitergeben dürfen.

Den Gastgebern in Meiswinkel sei ein herzliches Dankeschön gesagt für die gelungene Gestaltung des Tages und dem HERRN ein tiefer Dank für die kräftigen, geistlichen Impulse dieser Konferenz.

Dieter Schön