Missionspraktikum in Kamerun 2010

Der Staub dringt wie aufsteigender Rauch durch die Türschlitze des VW–Busses. Der Motor quält sich bei 50 Grad Lufttemperatur. Schwitzend, aber mit Freude im Herzen hüpfen wir über die roten Pisten Kameruns. Unterwegs für JESUS. Eine Erfahrung – verändernd, prägend, motivierend. Eine Erfahrung mit JESUS.

Johannes Vogt unterwegs

Im Rahmen meines Studiums am Theologischen Seminar Beröa hatte ich dieses Jahr für sieben Wochen das Privileg, wertvolle Impulse auf dem Missionsfeld Kamerun zu sammeln. Zusammen mit zwei weiteren Studenten begleitete ich Peter Schneider auf seinem Weg als Diener GOTTES, der voller Eifer für JESUS und aus Liebe zu den Menschen GOTTES Reich mit Bibel und Zollstock baut.

Wir legten in den sieben Wochen ca. 7.000 km mit Auto, Zug und Bus zurück, um verschiedenste Arbeiten im ganzen Land zu verrichten. Wir besuchten zahlreiche Bauprojekte, an denen momentan gearbeitet wird, um den Menschen Gesundheit, Bildung und JESUS am eigenen Leben erfahrbar zu machen. Immer wieder durften wir erleben, wie JESUS Menschen berührte und diese Seinem Ruf antworteten und ihr Leben in Seine Hände legten. Ob im Gespräch mit Prostituierten, im Dialog mit Moslems auf der Zugfahrt, beim JESUS–Film, bei Evangelisationen mit Tausenden, beim Gottesdienst im Gefängnis oder beim Predigen im Urwald: JESUS bewegte Menschen. Immer und immer wieder tat ER das, was bei Menschen unmöglich ist: Menschen sagten Ja. Ja zu JESUS.

Nicht immer war es leicht. Von zwei für mich bewegenden Momenten möchte ich Euch berichten: In einer Stadt mussten wir erleben, dass nicht immer alles so läuft, wie man sich die Dinge wünschen würde. Ich hatte gerade das Auto in die Werkstatt gefahren und war zu Fuß auf dem Weg, um mit den anderen an einem Missionsprojekt in der Stadt wieder zusammenzutreffen. Als ich dort ankam, merkte ich schnell, dass irgendetwas die Gruppe sehr bedrückte. Man klärte mich sofort auf, und als ich das Leid und die Ungerechtigkeit sah, wurde es auch in meinen Gedanken dunkel.

bei der Predigt

Jetzt war aber in zwei Stunden ein Gottesdienst geplant, an dem ich predigen sollte. Mein Herz war aber verschlossen und ich sauer. „Warum? Warum lässt Du so was zu?”, schrie ich zu GOTT. ER aber antwortete in Seiner Kraft und in dem Moment, wo ich meine Bibel auf das Pult legte und innerlich sagte: „ JESUS, rede Du!” Da füllte JESUS meinen Mund und ich durfte erleben, dass kein Wort, das ich zur Ehre GOTTES ausspreche, auf den Boden fällt, sondern das ausrichtet, wozu es bestimmt ist.

medizinische Versorgung

Bei einer zweiten Begebenheit war ich zusammen mit einem Medizinstudenten, den Missionaren Hans–Jürgen Klussmann, Stefanie Osthof und dem Zivi Jan Meyer bei einem kleinen Urwaldvolk im Osten des Landes. Dort wollten wir unter anderem auch medizinisch helfen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich – was die "Handwerkerei" am Menschen angeht – etwas empfindlich bin. Und bei dem einen oder anderen Anblick (detailgetreue Ausführungen möchte ich Euch hier ersparen) wurde mir wirklich übel. Und da habe ich gebetet: „HERR JESUS, schenke mir Liebe für diese Menschen. Lass mich ein Spiegel Deiner Liebe für sie sein.“ Und wir haben einen wirklich guten GOTT, der solche Gebete gerne erhört! So war es mir möglich, zwei Tage lang Füße zu riechen, zu sehen und zu behandeln, von denen einer schlimmer zugerichtet war als der andere. Im Licht dieser Erfahrung bekommt Johannes 13,1–17 einen ganz neuen Glanz für mich.

Zu erleben, wie GOTT in diesem wunderschönen Land Sein Reich voranbringt, hat mich begeistert. Zu sehen, wie Menschen – wie Werner und Helga Knorr – ihr ganzes Leben für ihren HERRN hingeben, hat mich zutiefst beeindruckt. Zu spüren, mit welcher Leidenschaft durch JESUS veränderte Menschen – wie Hans–Jürgen und Erika Klussmann – ihre Arbeit tun, hat mich ergriffen. Zu beobachten, wie engagiert Menschen – wie Stefanie Osthof – Perspektiven für die nächste Generation eröffnen, hat mich motiviert. Menschen kennen zu lernen, die GOTT zum Vorbild für viele gebraucht, zu lernen, was es heißt, JESUS von ganzem Herzen zu folgen, wo immer ER hinschickt, in Menschen GOTTES Unterschrift zu sehen – das war es wohl, was mein Praktikum ausgezeichnet hat.

„Die Ernte ist groß, doch es sind nur wenige Arbeiter da. Bittet deshalb den HERRN der Ernte, dass ER Arbeiter auf Sein Erntefeld schickt. Geht nun!” Lukas 10,2–3a

HERR, sende mich!

Johannes Vogt