Zu Hause und doch auf Besuch

JESUS:
„ICH bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wenn jemand in MIR bleibt und ICH in ihm bleibe, trägt er reiche Frucht; ohne MICH könnt ihr nichts tun. Dadurch, dass ihr reiche Frucht tragt und euch als MEINE Jünger erweist, wird die Herrlichkeit MEINES Vaters offenbart.“
Aus Johannes 15

09. September 2014

Am 16. August stiegen Erika Klußmann und ich ins Flugzeug nach Kamerun. Als Freundinnen und ehemalige Kolleginnen freuten wir uns, diese Reise gemeinsam zu unternehmen. Nachdem wir alles Nötige in Yaoundé organisiert und geklärt hatten, machten wir uns zwei Tage später auf die Reise nach Batouri und freuten uns, dort viele unserer Freunde wiederzusehen!

Während Erika sehr viel zu organisieren hatte und seelsorgerliche Gespräche führte, stellte sich mir in den nächsten beiden Tagen die Frage, welche Aufgaben GOTT für mich bereithatte.

Besuch von ehemaligen Schülerinnen
Besuch von ehemaligen Schülerinnen
Besuch von ehemaligen Schülerinnen
Erika Klußmann beim geistlichen Input zu Beginn des Lehrerseminars

Zwar fühlte ich mich in Batouri absolut zu Hause – aber einen Alltag gab es dort ja nicht mehr für mich; schließlich bin ich schon seit über drei Jahren in Deutschland. In mein Tagebuch schrieb ich: „Es ist meine alte Heimat […], (aber) ich sehe nicht so recht, was in diesen zwei Wochen meine Aufgabe hier ist! HERR, was möchtest Du von mir? Was ist heute Deine Berufung für mich?“

An diesem Tag ging ich in die Nachbarschaft, um dort ein paar „meiner Kinder“ zu besuchen. Auf jeden Fall wollte ich bei der Großfamilie von Estelle vorbeischauen. Ihr Vater war polygam und als er starb, ließ er seine Frauen mit über 20 Kindern zurück. Nun haben es die Witwen und Halbwaisenkinder ohne das Einkommen des Vaters nicht einfach. Nachdem ich alle begrüßt hatte, durfte ich Valérie kennenlernen – die Schwester von Estelles Mutter. Sie ist erst Anfang 30, aber sterbenskrank und kam deshalb nach Batouri. Ich erfuhr, dass sie bereits in Behandlung ist und alle notwendigen Medikamente bekommt. Sie hörte sehr aufmerksam und interessiert zu, als ich ihr das Evangelium erklärte. Anschließend beteten wir zusammen und sie gab ihr Leben JESUS.

Am nächsten Tag ging ich wieder hin, um mit ihr zu beten und das Gleichnis vom verlorenen Schaf zu lesen. Sie war ganz gerührt, als sie erkannte, dass sie wie das verlorene Schaf sei, das der Hirte nun wiedergefunden hatte.

Ich durfte während meiner Zeit in Batouri immer wieder zu ihr gehen, mit ihr beten und die Bibel lesen. Gegen Ende meines Aufenthaltes konnte sie nicht mehr aufstehen und nur noch flüstern, da sie so schwach war. Sie war über unsere Begegnungen sehr froh, da sie zuvor GOTT gebeten hatte, ihr jemanden zu schicken, der sie im Glauben anleiten würde.

Kollegium in Batouri
Fototermin mit dem Kollegium in Batouri
Estelle und ihre Mutter
Estelle und ihre Mutter

Ich war GOTT ebenfalls sehr dankbar für diesen genialen Auftrag, den ER mir hier gegeben hatte. Nun wusste ich, dass ER mich zum richtigen Zeitpunkt an diesen Ort geführt hat. Schon allein wegen dieser Begegnung hatte sich mein Aufenthalt gelohnt.

Natürlich gab es auch noch andere Aufgabenbereiche. So nahm ich gerne am Schulleben der Grundschule „Espoir“ teil: Das Lehrerseminar durfte ich mitgestalten, die Andachten mit den Schülern übernehmen, Mathematik unterrichten … und einfach zuschauen, wie meine Kollegen dort die Schule weiterführen.

Ich bin echt stolz auf sie – sie machen eine unglaublich gute Arbeit mit viel Hingabe und Überzeugung. Einer der wichtigsten Gründe ist sicherlich: jeder Einzelne weiß sich von GOTT zu dieser Arbeit berufen!

Am 01. September machten Erika, Pauline (jetzige Schulleiterin) und ich uns auf den Weg nach Domiaka. Dort steht mittlerweile ein schönes, jedoch noch nicht ganz fertiges Schulgebäude für die Grundschule „Espoir“ Domiaka. Hier gehen die Pygmäen sowie die Kinder aus den umliegenden Orten zur Schule. Die Schule hat einen sehr guten Ruf, sodass letztes Jahr bereits ca. 120 Schüler eingeschrieben waren. Dort angekommen, wurden wir herzlich von Schülern und Lehrern empfangen. Gemeinsam starteten wir das Schuljahr mit einem Gottesdienst, an dem viele Schüler und Eltern teilnahmen. Warum hat diese Schule einen so guten Ruf?

Empfang in Domiaka
Empfang in Domiaka

Die drei Lehrer sind überzeugt davon, dass GOTT sie genau dort haben möchte. Sie machen ihren Job, nicht weil sie es tun müssen, sondern weil sie sich von GOTT beauftragt wissen. Und aus diesem Grund tun sie es dort im Urwald mit einer unglaublichen Hingabe. Wenn Menschen GOTTES Ruf wahrnehmen und sich von IHM gebrauchen lassen, kann etwas sehr Gutes und Schönes entstehen! Es gibt keinen besseren Ort, als im Zentrum von GOTTES Willen zu sein. Möge GOTT auch uns helfen, immer genau an diesem Platz zu sein, damit wir viel Frucht bringen und GOTT geehrt wird!

Erika Klußmann, Rahel, Philipp und Ameli Delacourt
Erika Klußmann, Rahel, Philipp und Ameli Delacourt

Unsere Tage wurden durch viele unterschiedliche Besuche bereichert: ehemalige Schüler, das Missionsteam von Peter Schneider, langjährige Freundinnen, Leute aus der Nachbarschaft ... So verging die Zeit wie im Flug und es hieß schon wieder Abschied nehmen - in der Hoffnung, sich irgendwann wiederzusehen.

Ein sehr schöner Abschluss unserer Reise war unser neunstündiger Aufenthalt in Brüssel, den uns Rahel Delacourt (geb. Knorr) mit ihrer Familie zu ganz besonderen Stunden gemacht hat. Wir durften gemeinsam in ihrer Gemeinde Gottesdienst feiern und wurden mit viel Liebe bewirtet!

Vielen Dank an Euch alle für Eure Gebete! Es war eine von GOTT vorbereitete und gesegnete Reise.

Wir sind gespannt, wie uns GOTT in Bezug auf Kamerun weiterführen wird.

Liebe Grüße

Stefanie Osthof mit Erika Klußmann