Seniorenfreizeit in Lachen vom 16.–23.08.2014

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Einen wunderbaren Rahmen für die Betrachtung des Wortes und ein liebevolles Miteinander bot uns auch in diesem Jahr das Diakonissen–Mutterhaus Lachen. Wir Senioren genossen die freundliche Aufnahme und Bedienung, das hervorragende Essen und die weitläufig gepflegte Parkanlage in vollen Zügen.

Als Gastprediger war in diesem Jahr George Norwood mit seiner Frau Daphne eingeladen. Beide sind langjährige Mitarbeiter bei SfC (Studenten für Christus). George ist vor allem in der Seelsorge tätig und arbeitet seit diesem Jahr intensiv im Gebetshaus Freiburg, das sich zur Aufgabe gestellt hat, fast rund um die Uhr die Nöte dieser Welt priesterlich vor GOTT zu bringen. Das Thema seiner Predigtreihe hieß: "Fruchtbarer Umgang mit Leid".

Am Sonntagabend, bevor wir mit unserem Thema begannen, besuchte uns Bernd Vogt, unser Missionsleiter. Er stellte uns die derzeitige Situation der VMF mit ihrer missionarischen Tätigkeit vor Augen. Man konnte spüren, wie sehr ihm Missionsarbeit am Herzen liegt, und er betonte, wie wichtig die weitere Unterstützung durch Gebet und Gaben ist. Mit einem Film über Madagaskar stellte er den zukünftigen Einsatzort des Missionsehepaars Schwenk vor. Einblick in die Thailandarbeit der Marburger Mission hatten wir am Sonntagmorgen durch den holländischen Missionar Kees Breuer im Gottesdienst des Hauses bekommen. Es ist schön zu sehen, dass derselbe GOTT mit demselben Evangelium über verschiedene Denominationen Menschen erreicht und verändert. Hier möchten wir nun einige Gedanken aus unserer Predigtreihe wiedergeben:

Theologie des Leides

George Norwood entwickelte eine Theologie des Leides anhand Römer 8,28: "Wir wissen aber, dass denen, die GOTT lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Seinem Vorsatz berufen sind." Gutes bedeutet hier, dem Ebenbild JESU gleich werden. Das ist psychologisch gesprochen eine Identifizierung mit JESUS. Die Bibel berichtet von Menschen, die bei ihrer Begegnung mit GOTT einen neuen Namen, das bedeutet, eine neue Identität bekamen. Aus Jakob wurde Israel, aus Saulus wurde Paulus.

Für JESUS führte der Weg zur Auferstehung über die Kreuzigung, und auch wir werden, nur, wenn wir das Leid akzeptieren, zur Herrlichkeit gelangen. Deshalb ist das Kreuz, ein Folterinstrument, das Symbol des Christentums. George führte ein Beispiel aus der Seelsorge an: Ein Vater, der den qualvollen Tod seines Sohnes in einer Mähmaschine mit ansehen musste, konnte sein Leid nur im Hinblick auf den himmlischen Vater, der bei der Kreuzigung Seines Sohnes JESUS zugesehen hatte, einordnen und so Frieden darüber bekommen.

Die Notwendigkeit, GOTT zu vertrauen

GOTT verspricht in Jesaja 43: „Fürchte dich nicht … Wenn du durchs Wasser gehst, ICH bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten …” Unsere Antwort auf diese Zusage GOTTES soll unser blindes, immer wieder neues Vertrauen sein. Eindrückliche Zeugnisse unseres Predigers und das einer persischen Mitarbeiterin des Hauses untermauerten diese Aufforderung, GOTT im Leid zu vertrauen.

Das Kreuz eines anderen tragen

beim Gespräch

Leid kann uns auch erstehen, wenn uns das Kreuz eines anderen auferlegt wird. Simon von Kyrene wusste nicht, dass JESUS der Retter der Welt ist, als er gezwungen wurde, IHM das Kreuz zu tragen. Folgst du JESUS nach, musst du manchmal das Kreuz eines anderen tragen. Christen identifizieren sich mit den Nöten anderer. So heißt es im Korintherbrief: "Wenn ein Glied leidet, so leiden alle anderen Glieder mit." Die Fleischwerdung CHRISTI ist Ausdruck dieser Tugend der Identifikation. ER war nicht schuld an unserem Dilemma, doch aus Mitleid trug ER die Konsequenz der Sünde mit.

Falsches Leiden durch unnötige Dinge im Leben

Falsches Leiden entsteht, wenn wir uns unnötige Sorgen machen: Martha litt unter der vielen Arbeit einer Gastgeberin in der Küche und beschwerte sich bei JESUS über ihre Schwester Maria. Diese hatte jedoch das Gebot der Stunde erkannt und lauschte den Worten JESU. Martha war ganz in ihrer Arbeit gefangen, während Maria GOTTES Worten lauschte, um sie aufzunehmen. Manchmal kann an sich Gutes zum Ballast werden. Beim Schiffbruch des Paulus gehörte es zur Rettung, sich erst selber satt zu essen, aber dann den überschüssigen Weizen über Bord zu werfen. George berichtete aus seinem Leben: Nachdem die Kinder groß wurden, nahmen Haus und Garten sehr viel Zeit und Kraft in Anspruch. Das Ehepaar verkaufte das Haus und zog in eine Mietwohnung. Nun können beide mehr Kraft und Zeit für das Reich GOTTES einsetzen. Senioren haben im Laufe ihres Lebens schon einiges abgelegt, aber zum Ende des Weges wird es immer radikaler. Was geht noch durch ein Nadelöhr? Der Psalmist bekennt: „Außer DIR habe ich an nichts Gefallen hier auf Erden. Mag Leib und Herz vergehen, GOTT ist mein Teil auf ewig.” Psalm 73

Umgang mit körperlichen Schmerzen

Unser Gastprediger erzählt: „Mein kleiner Sohn hatte einen Splitter in der Handfläche. Das Entfernen war eine schmerzhafte Angelegenheit. Das wusste der Kleine. Aber im Vertrauen auf mich, seinen Vater, öffnete er seine Hand und ließ mich den Splitter herausziehen. Er jammerte nicht, auch wenn ihm die Tränen herunterliefen.” Wir zeigen GOTT unsere Liebe, wenn wir in Schmerzen vertrauensvoll bleiben. Zwar gibt uns der schmerzende Leib (die Wörter Leib/Fleisch und Botschaft haben im Hebräischen den gleichen Wortstamm) die Botschaft: GOTT liebt mich nicht. Doch der HEILIGE GEIST gibt nach Römer 8 "unserem Geist Zeugnis, dass wir Kinder GOTTES sind." Wir hören nicht auf das Fleisch, sondern auf den GEIST.

ICH bin mit dir

Wir erinnern uns an die Zusage aus Jesaja 43: „Wenn du durchs Wasser gehst, ICH bin bei dir und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten; wenn du durchs Feuer gehst, …” Auch in der Krise dürfen wir sagen: „Vater, danke, dass DU bei mir bist.“ Das Matthäusevangelium wird von diesem Gedanken eingeschlossen, dass GOTT bei uns ist. Am Anfang heißt es von JESUS: „Du sollst IHN Immanuel (GOTT mit uns) nennen”, am Schluss: „ICH bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.” Selbst Vater und Mutter können uns verlassen (Ps 27), aber ER will uns nicht verlassen noch versäumen (Hebr). GOTT fordert uns auf, unser Herz vor IHM auszuschütten. Im Kämmerlein dürfen wir alle Gefühle und Gedanken zur Sprache bringen. GOTT ist da. So wie ER für uns da ist und uns begleitet, dürfen auch wir für unseren Nächsten da sein. Eines der Merkmale der Gesegneten des Vaters in Matth 25 ist der Besuchsdienst, den diese taten.

Das Ziel

ist die Umgestaltung des Leibes der Niedrigkeit in den Leib der Herrlichkeit. Im Leib der Niedrigkeit erleben wir Peinliches und Erniedrigendes. Wir müssen den Umgang mit seinem Verschleiß lernen. In unserer Seele wohnen Sehnsüchte, die nicht alle auf der Erde gestillt werden. Das wird erst im Himmel sein.

1. Die Tiefenpsychologie nennt zwei Ursehnsüchte des Menschen: Von Kind an sehnt er sich nach dem guten Vater und der guten Mutter und dem Leben in einer heilen Familie.

Das drückt sich auch in der Beziehung JESU zu Seinem Vater aus: Bei der Taufe JESU wird diese Sehnsucht mit dem Herabkommen des HEILIGEN GEISTES und dem Ausspruch: „Du bist MEIN geliebter Sohn” gestillt. Dabei ist zu bemerken, dass Adonai im Hebräischen männlich und Ruach häufig in der weiblichen Form benutzt wird. In GOTT wohnen das Väterliche und das Mütterliche. In der Wiedergeburt nimmt GOTT auch dich an: Du darfst alle Fehler, Mängel und Verletzungen deiner Herkunftsfamilie hinter dir lassen und ein geliebtes Kind GOTTES werden.

2. Mit der Pubertät erwacht die Sehnsucht nach dem idealen Partner – der Braut oder dem Bräutigam.

Anfang und Ende der Bibel berichten von der idealen Partnerschaft, das sind einmal Adam und Eva im Paradies und am Ende feiern JESUS und das neue Jerusalem, das aus dem Himmel herunterkommt, die Hochzeit des Lammes.

Unser „Freie Zeit – Programm“

Als willkommene Abwechslung genossen wir eine sehr kompetente Führung im historischen Judenhof in Speyer und einen Israelabend mit einem Film von Peter Schmidt über seine Israelreise mit Hans de Jong. Der Donnerstagabend war der Musik gewidmet. Esther Kim (Klavier), Rainhild Schlosser (Cello), Magdalene Hinkel (Spinett), Hans de Jong und Paul Schlosser (Violine) und Helmut Kissel (Gesang) boten ein reichhaltiges musikalisches Programm, zu dem auch andere Gäste eingeladen waren. (Wir Musiker haben uns übrigens sehr durch die Aufmerksamkeit und Begeisterung der Zuhörer ermutigt gefühlt.) An den Nachmittagen bot Daphne Norwood ein kleines Kreativprogramm an, bei dem man Bibelverse bildlich gestalten konnte. So war für viele Bedürfnisse gesorgt.

Wir sind GOTT für den wohltuenden Aufenthalt dankbar und wünschen uns noch weitere gesegnete Senioren–Freizeiten.

Herzliche Grüße an alle lieben Senioren und GOTTES Segen wünschen

Paul und Rainhild Schlosser.